Der Madrigalchor aus Forchheim reiste regelmäßig nach Biscarrosse.
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Der Madrigalchor aus Forchheim reiste regelmäßig nach Biscarrosse.

Franzose erinnert sich

50 Jahre Partnerschaft Biscarrosse-Forchheim: Musik und Gesang als Träger der Hoffnung

Seit 1975 besteht die Partnerschaft zwischen dem Landkreis Forchheim und Biscarrosse. Michel Mas, ein "Urgestein" des französischen Chorale Cantelandes, erinnert sich an die Chortreffen:

Während einer Reise des Chores Cantelandes nach Forchheim in den 1970er Jahren war unser Chorleiter Bernard Charpentier überrascht, als er hörte, wie ein örtlicher Chor die berühmte Pavane einstudierte, die 1589 von Thoinot Arbeau komponiert wurde. Es war ein Zeichen des Schicksals, denn Cantelandes hatte diese Pavane auch im Repertoire.

Die Begegnung fand unmittelbar statt, ebenso wie die Freundschaft zwischen dem Forchheimer Madrigalchor und dem Cantelandes-Chor von Biscarrosse, eine Freundschaft, die bis heute nicht ins Wanken geraten ist. Regelmäßig, alle zwei Jahre, fanden unsere Treffen abwechselnd in Forchheim und in Biscarrosse statt, im Rhythmus von unserer Pavane.

Die Hörner ertönten bei der Einfahrt des Busses in Biscarrosse

Das Ritual der Treffen: Empfang des Busses wenige Kilometer vor dem Ziel. Nach zwei Tagen Fahrt wurden wir an der Autobahnausfahrt von Reinhold Schmitt erwartet, und zwei Jahre später warteten wir ungeduldig auf unsere Freunde aus Forchheim auf der Straße nach Sanguinet. Geleitet von Jeantot und Eberhard tönten die Hörner..

Umarmungen, Wiedersehen, Freudenschreie, Wilkommenstrunk, alles fand protokollgetreu statt. Gemeinsame Proben im César-Geoffray-Saal, dem Vater der "A cœur joie"-Chöre oder im VHS-Raum in Forchheim.

Festliche Abende begannen mit Bier und endeten mit Bordeaux-Wein

Konzerte in der St. Martinskirche Biscarrosse, im Rathaussaal von Forchheim oder in der Umgebung, in Sabres, Gößweinstein, unter der Leitung von Otto Wicht, Bernard Charpentier oder Michel Amstutz.

Festliche Abende rund um das Fass Bier, das von Rudi angestochen wurde, endeten mit dem immer beliebten Bordeaux-Wein, mit "ein Prosit" im Hintergrund. Nicht zu vergessen die berühmten fränkischen Picknicks mit Wurstwaren und Bier am See in Biscarrosse. Und die nicht minder berühmte "Polonaise" ging zu den Klängen von Reinholds Akkordeon sogar bis ins seichte Wasser des Sees, während andere Gruppen sich den Freuden der Pétanque hingaben.

Die fränkischen Picknicks mit Wurstwaren und Bier am See in Biscarrosse waren legendär.

Die fränkischen Picknicks mit Wurstwaren und Bier am See in Biscarrosse waren legendär. © privat/VNP

Die fränkischen Picknicks mit Wurst und Bier am See von Biscarrosse waren legendär

Unvergessliche Augenblicke waren unsere Ausflüge in den Frankenwald. Weitere Ausflüge ermöglichten es uns, unser Wissen über unsere jeweiligen Regionen zu perfektionieren: Bordeaux oder Landes de Gascogne, Bamberg oder Regensburg.

Unsere Aufenthalte endeten immer mit dem Abschiedsabend. Und am nächsten Tag wurde dem Busfahrer befohlen, noch einmal durch das Viertel zu fahren, um die Tradition des "Fehlstarts" zu respektieren.

Freundschaft zwischen den Chören in den Herzen lebendig halten

Was von diesen Chortreffen übriggeblieben ist, ist unauslöschlich. Viele Teilnehmer fehlen heute leider, aber sie sind für diejenigen da, die diese Freundschaft zwischen unseren Chören in unseren Herzen lebendig halten.

Der Austausch durch Briefe, Nachrichten, Telefon, Fotos geht weiter, sowie Besuche, regelmäßige, zufällige Begegnungen während einer Reise oder einer Veranstaltung in Biscarrosse oder Forchheim. Das berühmte Annafest ist oft eine Gelegenheit, sich zu treffen.

Es bleibt zu hoffen, dass diese gemeinsame Geschichte in den jüngeren Generationen weitergeführt wird. Und dass Musik und Gesang Träger der Hoffnung und der Brüderlichkeit sind in diesen unruhigen Zeiten, in denen der Rückzug in sich selbst Anlass zur Sorge gibt. Und dass hier und in Franken dieses emblematische Lied noch lange nachhallen wird: "Belle qui tiens ma vie..."

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