
Sonntag im Ronhof
Wiedergutmachung im Sondertrikot: So will das Kleeblatt gegen den FC Schalke gewinnen
Pressekonferenzen sind in Fürth normalerweise sehr unspektakuläre Termine. Meistens sitzt Jan Siewert vor einem oder zwei Journalisten, manchmal sind noch einige Reporter digital zugeschaltet. Es kam sogar schon vor, dass nur ein Journalist dieser Redaktion Fragen an den Trainer hatte. Am Donnerstagnachmittag war das anders. In der Haupttribüne herrschte geschäftiges Treiben, was vor allem an einem Gast lag, der sonst nie auf dem Podium sitzt.
Um 13.30 Uhr betrat Hauptsponsorin Ingrid Hofmann im grünen Blazer und mit einem Kleeblatt-Schal in Regenbogenfarben den Pressekonferenzraum und nahm neben Geschäftsführer Holger Schwiewagner vor den Mikrofonen Platz. Den Grund für den ungewohnten Auftritt präsentierten beide wenig später: Am Sonntag wird das Kleeblatt im ausverkauften Ronhof gegen den FC Schalke 04 in einem Sondertrikot mit dem Motto „Vielfalt gewinnt“ auflaufen.
SpVgg Greuther Fürth spielt im „Vielfalt gewinnt“-Sondertrikot
Die Aktion hat „Hofmann Personal“ gemeinsam mit mehreren fränkischen Profivereinen bereits 2020 gestartet, der Schriftzug prangte schon einmal anstelle des Firmennamens auf der Trikotbrust. Die derzeit laufenden „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ seien „eine gute Gelegenheit, ein Zeichen für Vielfalt, Toleranz und Respekt zu setzen“, betonte Ingrid Hofmann. „Es ist ein Trikot, das nicht nur auf dem Platz, sondern auch in der Gesellschaft eine klare Botschaft sendet.“
Die Hauptsponsorin will die Aktion angesichts der politischen Entwicklungen auf der Welt durchaus als Zeichen verstanden wissen und würde sich „jeder anderen Meinung entgegenstellen“. Ein solches Zeichen wollen auch die Fürther Spieler am Sonntag setzen. Nach der für alle Beteiligten schmerzhaften Derby-Niederlage in Nürnberg „saß der Stachel sehr tief“, betonte Jan Siewert, der von einer „kritischen Aufarbeitung“ erzählte. Mit dem, was war, will sich der Trainer aber auch nicht länger als nötig beschäftigen. „Es gilt“, sagte er, „immer auch den Blick nach vorne zu richten.“
Mit dem Heimspiel gegen Schalke startet das Kleeblatt ja in die letzte Saisonphase, in der sie gemeinschaftlich den zuletzt oft zitierten „Prozess“ weiter vorantreiben wollen. Jeder Spieler müsse erkennen, „dass die Einstellung, die wir brauchen, um Ergebnisse zu holen, fortwährend da sein muss“, betonte der Trainer. „Es geht darum, dass sich jeder integriert in die gemeinschaftliche Arbeit, in den Prozess, besser zu werden. Ich glaube, dass die Mannschaft wieder auf diesem Weg ist.“
Julian Green kann gegen Schalke allerdings wegen einer Muskelverletzung aus dem Derby nicht mitwirken, auch Marco John und Jomaine Consbruch konnten am Donnerstag nicht trainieren. „Das sind beides Spieler, auf die ich besonders achte, weil sie eine Verletzungshistorie haben“, sagte Siewert, der aber davon ausgeht, „dass beide hoffentlich am Sonntag dabei sein werden“.
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