Die Leiden eines Angreifers in einem defensiv geprägten Spiel: Auch für Stefanos Tzimas war in Berlin kein Durchkommen.
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Die Leiden eines Angreifers in einem defensiv geprägten Spiel: Auch für Stefanos Tzimas war in Berlin kein Durchkommen.

Offensiv zu schwach

Diesmal kein Spektakel: Der 1. FC Nürnberg erarbeitet sich ein 0:0 bei Hertha BSC

Dass seine Aufgabe vor dem Spiel bei Hertha BSC wieder einmal ein wenig komplizierter geworden war, ließ Miroslav Klose kalt. Der Trainer des 1. FC Nürnberg hat ja in seiner noch kurzen Zeit beim Club schon selbst einige schwierige Situationen überstehen müssen, da stört es dann auch nicht mehr, dass der Gegner in der Woche vor dem Spiel noch schnell den Trainer gewechselt hatte und so Kloses Vorbereitung erschwerte.

Dass Cristian Fiél kurzfristig durch Stefan Leitl ersetzt worden war? Klose blieb entspannt nach zuletzt fünf Siegen aus den letzten sechs Spielen: "Wenn wir bei uns bleiben und uns auf unsere Sachen konzentrieren, wird das ein richtig gutes Spiel."

In dieser Hinsicht mussten die 41.752 Zuschauer das Olympiastadion enttäuscht verlassen. Das sehr leistungsgerechte 0:0 bot ihnen keine große Fußballkunst, was den 1. FC Nürnberg mehr zufrieden stellen dürfte als die Gastgeber, die auch nach dem Trainerwechsel vor den eigenen Fans enttäuschten.

Janisch ersetzt Villadsen beim 1. FC Nürnberg

Im Vergleich zum 2:0-Erfolg am vergangenen Wochenende gegen den SSV Ulm hatte Klose nur eine Änderung in seiner Startformation vorgenommen: Für Oliver Villadsen verteidigte auf der rechten Seite der junge Tim Janisch, der im Olympiastadion erst sein zweites Zweitligaspiel von Beginn an absolvierte. Mit Janisch sah man eine Partie, die größte Mühe hatte, das Publikum zu begeistern. Kloses Nürnberger konzentrierten sich im ersten Durchgang einigermaßen erfolgreich auf die Defensive, Leitls Berliner bewiesen auch unter neuer Anleitung, warum sie sich in dieser Saison im eigenen Stadion so schwer tun.

Bis zur 27. Minute dauerte es so, ehe erstmals eine der beiden Mannschaften eine Gelegenheit auf ein Tor hatte: Fabian Reese scheiterte mit seinem Versuch am aufmerksamen Jan Reichert im Nürnberger Tor. Vom Club kam im ersten Durchgang praktisch nichts, was die Bezeichnung "offensive Aktion" verdient gehabt hätte. Wenig überraschend bei einer Mannschaft, die sich in der Fremde in dieser Saison traditionell schwer tut. Vorab hatte Klose gehofft, dass sich das ändert. "Wir sind daheim einen Tick mutiger, aber wir können das auch auswärts", hatte Nürnbergs Trainer gesagt - bis zum Pausenpfiff eine eher haltlose These.

Immerhin: Der zweite Durchgang begann mit einem Feuerwerk, wenn auch nur auf den Rängen, auf denen einige Nürnberger Anhänger ihre verspätete Ankunft mit einem erstaunlichen Arsenal an Pyrotechnik feierten. Ansonsten änderte sich zunächst wenig, der Hertha fiel wenig ein gegen einen defensiv gut sortierten Gast, der seinerseits größere Schwierigkeiten hatte, den Ball geordnet in für Berlin gefährliche Zonen zu tragen.

Chancen gab es nur nach Fehlern: Eine Ballverlust von Castrop bestrafte Reese nur beinahe und traf das Außennetz. Kurz danach reagierte Klose und brachte mit Antiste einen zweiten Stürmer für den unauffälligen Lubach. Besser wurde dadurch erst einmal nichts, stattdessen wirkte weiter die Hertha gefährlicher. Nach 66 Minuten rettete Yilmaz in großer Not gegen Niederlechner.

Nur eine kleine Gelegenheit für den 1. FC Nürnberg

Was jetzt noch Hoffnung machte mit Blick auf den 1. FC Nürnberg? Dass man sich spätestens im Jahr 2025 zu einer Mannschaft entwickelt hat, die enge Spiele in der Schlussphase für sich entscheiden kann. Gegen Karlsruhe, Darmstadt, Magdeburg und Ulm war das zuletzt gelungen - in Berlin vergab in der 84. Minute Yilmaz eine aussichtsreiche Kontergelegenheit, als er den mitgelaufenen Tzimas ignorierte und an Ernst im Tor der Hertha scheiterte.

Viel mehr passierte dann tatsächlich nicht mehr, auch wenn der Club in der Nachspielzeit noch ein wenig zittern musste, als die Hertha sich an einer Schlussoffensive versuchte. Eine wirklich komplizierte Situation entstand dabei für den Club und Klose allerdings nicht mehr. Da haben sie gemeinsam schon schwierigere Zeiten erlebt.

Berlin: Ernst; Kenny, Gechter (74. Leistner), M. Dardai, Zeefuik - Klemens, Karbownik (66. Cuisance) - Maza (83. Winkler), Scherhant, Reese - Niederlechner (66. Schuler).

Nürnberg: Reichert; Drexler, Knoche, Karafiát - Janisch (77. Villadsen), Jander, Yilmaz - Lubach (59. Antiste), Castrop, Justvan (78. Schleimer) - Tzimas.

Schiedsrichter: Osmers (Hannover). - Zuschauer: 41.752. - Tore: keine. - Gelbe Karten: Zeefuik (8), Maza (4) / Karafiat (2), Castrop (9).

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