
Fränkisches Seenland
„Werden den Altmühlsee nicht den Blaualgen überlassen“: Umweltminister kündigt Schritte an
Der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) verspricht, dass die Schutzstrategie für den Altmühlsee wird ausgebaut und die Gewässerqualität verbessert werden soll. Das verkündete das bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz am Mittwoch in einer Mitteilung.
Erst vor kurzem war die Blaualgenplage am Altmühlsee ein Thema im Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz im Bayerischen Landtag.
Ziel ist es laut der Mitteilung aus dem Umweltministerium, den See zu schützen und optimale Bedingungen für Freizeitaktivitäten und Tourismus zu schaffen. Das betonte Bayerns Umweltminister Glauber am Mittwoch in München.
"Unsere heimischen Seen sind Naturidylle und herrliche Erholungsorte für die Menschen. Wir werden die Seen nicht den Blaualgen und den Graugänsen überlassen", sagte er. Die Strategie zum Schutz des Altmühlsees und seiner Freizeitnutzung baue man noch einmal deutlich aus.
Dazu gehöre das intensivierte Ausbaggern des Sees, der Einsatz eines Mähbootes und die gezielte Bejagung der Graugänse. Mit diesen Maßnahmen wolle das Ministerium den Altmühlsee für die kommende Badesaison fit machen.
Dazu arbeiten alle Beteiligten, insbesondere Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Tourismus eng zusammen.
Ein neues Gutachten soll den genauen Bestand der Gänse am Altmühlsee erheben
So gebe er jetzt ein neues Gutachten in Auftrag, um vor Ort den Vogelbestand und die Zahl der Gänse zu erfassen. Dies soll Grundlage einer Gesamtbewertung sein und dabei helfen, weitere Maßnahmen zu prüfen.
Das Wasserwirtschaftsamt Ansbach führe seit vielen Jahren Maßnahmen durch, um die Nährstoffe im Einzugsgebiet zurückzuhalten und die Nährstoffe im Altmühlsee zu reduzieren. Vornehmlich kommt ein spezielles Mähboot zum Einsatz, das extra für die Bedürfnisse im Fränkischen Seenland konstruiert wurde.
Zusätzlich wurden Kläranlagen im Einzugsgebiet mit einer Phosphatfällung ausgerüstet. Förderprogramme veranlassen die Landwirte, Mulchsaat und Zwischenfruchtanbau zu praktizieren sowie Uferstreifen als Puffer zum Gewässer zu belassen. Zudem dienen regelmäßige Sanierungsbefischungen und Sedimententnahmen dazu, die Nährstoffgehalte im Altmühlsee zu reduzieren.
Die Sanierungsmaßnahmen haben bisher dazu geführt, dass sich grundsätzlich die Sichttiefe des Altmühlsees verbessert hat, das Algenaufkommen reduziert wurde und sich andere Wasserpflanzen angesiedelt haben, heißt es aus dem Ministerium. Die wiederholte Blaualgenblüte veranlasste jedoch dazu, nach weiteren Lösungen zu suchen, die Teil eines integralen Gesamtkonzepts sein sollen.
Zeiträume mit einem Badeverbot am Altmühlsee sollen so kurz wie möglich sein
Dazu soll der Nährstoffeintrag im Einzugsgebiet des Altmühlsees weiter verringert werden, gleichzeitig sollen die Auswirkungen einer möglichen Algenblüte auf die Besucher der Seen so gering wie möglich gehalten werden. Die Zeiträume mit Blaualgenblüte und Badeverbot sollen so kurz wie möglich sein.
Hohe Wassertemperaturen und ein Überangebot an Nährstoffen können zu einer übermäßigen Vermehrung der Blaualgen führen. Die Nutzung als Badegewässer wird dadurch deutlich eingeschränkt. Nicht nur der Altmühlsee, sondern auch andere Seen in ganz Deutschland waren 2024 besonders betroffen. Auch vor allem Graugänse tragen durch Nährstoffeintrag zum Algenwachstum im Altmühlsee bei und beeinträchtigen die Nutzung als Erholungsgebiet. Der Bestand der Gänse am Altmühlsee ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Es handelt sich um jagdbare Arten.
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