
Blaualgen und Wildgänse
Der Altmühlsee wird zur Chefsache: Innenminister Joachim Herrmann kommt vorbei
Die Blaualgenplage am Altmühlsee soll zur Chefsache werden: Ende Februar befasst sich der Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz im Bayerischen Landtag mit dem Thema, im März kommt Innenminister Joachim Herrmann zum Ortstermin.
Das teilt der Abgeordnete Volker Bauer in einer Pressemitteilung mit. Der Rother sitzt für die CSU im Landtag. Im Januar war er bei der Fachtagung in Muhr am See, bei der es einmal mehr um die Wasserqualität des Sees vor Gunzenhausens Haustür ging.
Schon seit Jahren setzen die Blaualgen und die damit verbundenen Badeverbote dem Tourismus und auch den Einheimischen zu. Besonders schlimm war es im vergangenen Jahr: So früh und so vehement wie noch nie begann 2024 am Altmühlsee die Blaualgenblüte.
Mitte August habe bei Gastronomen, Freizeitanbietern, Vermietern, Campingplatzbetreibern und Einzelhändlern eine "absolute Weltuntergangsstimmung und Perspektivlosigkeit" geherrscht, zitierte der "Altmühl-Bote" im Oktober Daniel Burmann, den Geschäftsleiter des Zweckverband Altmühlsee. Die Badestrände und die Zeltwiese in Muhr am See seien menschenleer gewesen - trotz Hochsaison. Die Tourismusanbieter sorgen sich, dass sich das auch künftig nicht ändern wird, wenn sich die Wasserqualität im Altmühlsee nicht bald spürbar verbessert.
Experten warnen: Wenn nichts geschieht, ist früher oder später auch der Große Brombachsee betroffen
Bei der Fachtagung zu den Herausforderungen und Zukunftsszenarien an Altmühl- und Brombachsee Ende Januar schlugen zudem Experten Alarm: Wenn nichts geschieht, ist früher oder später auch der Große Brombachsee betroffen.
Die einhellige Erkenntnis von Experten, Vertretern der Wasserwirtschaft und des Tourismus sei, dass der Altmühlsee angesichts von massenhaften Sediment- und Nährstoffeinträgen und sich in der Folge stark vermehrender Blaualgen dringend Unterstützung brauche, teilt MdL Bauer (Stimmkreis Roth) mit.
"Wir reden hier von zweistelligen Millionenbeträgen unter anderem für das Abpumpen von Sediment, die Installation von Filtern, ein effektives Management der Wildgänse und die Verbesserung der wasserreinigenden Unterwasserpflanzenlandschaft." Diese Kraftanstrengung sei vor rund zehn Jahren in Nürnberg am Wöhrder See erfolgreich unternommen worden. Jetzt braucht der Altmühlsee diese Unterstützung. "Nur so sind Hochwasserschutz, Gewässerqualität und damit auch touristische Wertschöpfung im Raum mit besonderem Handlungsbedarf Westmittelfranken weiterhin gesichert", ist Bauer überzeugt.
Auf der Tagung versprach der Abgeordnete, das Thema in Fraktion und Kabinett auf die Agenda zu heben. Ende Februar sollen nun Thomas Keller, der Leiter des Wasserwirtschaftsamts Ansbach, und Beamte des Umweltministeriums mit den Mitgliedern des Umweltausschusses in München über die Herausforderungen am Altmühlsee sprechen. Zudem kündigt Bauer an, dass wenige Tage später Innenminister Joachim Herrmann zum Ortstermin kommen wird.
Push-Nachrichten aus Ihrer Region
Sie wollen über alle Neuigkeiten aus Ihrem Ort informiert bleiben? Dann empfehlen wir Ihnen die Push-Funktion unserer App "NN News". Hier können Sie Ihre Stadt oder Ihren Landkreis als Ihr Lieblingsthema auswählen. Die App "NN News" können Sie über folgende Links downloaden:
Keine Kommentare
Um selbst einen Kommentar abgeben zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich vorher registrieren.
0/1000 Zeichen