
Dringender Verdacht
Erneut Geflügelpest im Kreis Ansbach: 15.000 Mastputen und rund 15.000 Putenküken getötet
Die Gefahr vor der für Tiere oft tödlich verlaufenden Geflügelpest ist im Landkreis Ansbach wieder größer geworden. Wie das Landratsamt Ansbach am Montagabend bekanntgab, mussten in einem Geflügelbetrieb im Bereich der Stadt Feuchtwangen auf Anordnung des Veterinäramtes rund 15.000 Mastputen und rund 15.000 Putenküken getötet werden. Grund sei der dringende Verdacht auf einen Ausbruch der tödlich verlaufenden Geflügelpest.
Das Veterinäramt war am Samstag, 8. März 2025, vom Hoftierarzt über eine Häufung verendeter Tiere informiert worden. Umgehend seien noch am selben Tag notwendige Schritte eingeleitet worden, um den Auslöser dieser Erkrankungsfälle zu ermitteln und das potenzielle Ausbruchsgeschehen unverzüglich einzudämmen, heißt es. Derzeit handele die Behörde noch aufgrund eines dringenden Verdachts, der sich aus einem ersten positiven Laborbefund des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vom 10. März ergibe. "Eine endgültige Bestätigung wird nach Abschluss der Untersuchung durch das Friedrich-Löffler-Institut erwartet", heißt es vom Landratsamt Ansbach.
Der Betrieb nahe Feuchtwangen wurde gesperrt und "die tierschutzgerechte Tötung des Bestands entsprechend der geltenden unionsrechtlichen Bestimmungen eingeleitet". Das heißt: Die Puten und Putenküken werden von einem Fachbetrieb mittels einer Begasung mit Kohlendioxid getötet, die Kadaver "unschädlich beseitigt". Das Technische Hilfswerk unterstütze die Maßnahme mit dem Betrieb einer Desinfektionsschleuse.
Um die Bewegungen im Umfeld des Hofes auf ein Minimum zu beschränken, übernehmen Freiwillige Feuerwehren bis auf Weiteres die erforderlichen Absperrungen, heißt es weiter vom Landratsamt. Stall und Einstreu würden desinfiziert. Um den Bestand herum werden eine Schutzzone (drei Kilometer Umkreis) und eine Überwachungszone (zehn Kilometer Umkreis) eingerichtet, in der Geflügelbestände nach Risikobewertung klinisch untersucht werden.
Geflügelpest ist fast immer tödlich - Puten sterben qualvoll
Von den Experten des Landratsamtes heißt es weiter: "Die Keulung der Puten ist unabdingbar, da die Geflügelpest bei Puten nahezu immer tödlich verläuft und die Tiere an dieser Seuche qualvoll verenden. Sie erleiden teilweise so starke Muskelkrämpfe, dass ihre Knochen brechen. Eine Impfung oder Behandlung existiert für diese Krankheit nicht. Mit der Tötung der betroffenen, erkrankten Puten wird jede Virusproduktion beendet und die ständige Ausscheidung von hohen Viruslasten verhindert. Jedes betroffene Tier produziert milliardenfach Viruspartikel, die neue Tiere oder andere Haltungen anstecken könnten." Der Chef des Veterinäramtes am Landratsamt Ansbach, Dr. Ralf Zechmeister, wird mit den Worten zitiert: "Ohne die Keulung, die amtstierärztlich überwacht wird, würden innerhalb von 48 Stunden wahrscheinlich alle Tiere qualvoll sterben."
Das aktuelle Geflügelpest-Geschehen in Europa sei nicht mehr an das Zugverhalten von Wildvögeln gebunden, sondern habe sich in der heimischen Vogelpopulation festgesetzt. "Es ist endemisch geworden", erklärt ein Sprecher des Landratsamtes.
Zuletzt war im Dezember 2024 ein Ausbruch in einem Tierbestand im Bereich Lehrberg festzustellen. Als möglicher Grund für die Ansteckung von Hausgeflügel kommen Kontakte zu Wildvögeln in Betracht. Tierhalter von empfänglichen Vögeln wie Hühnern und Enten müssen deshalb die Kontakte zu Wildgeflügel oder Schadnagern konsequent unterbinden, etwa durch Abdeckung der Volieren.
Wichtig für Menschen ist: Eine Ansteckung des Menschen mit dem Erreger über infizierte Vögel oder deren Ausscheidungen in Deutschland ist bislang nicht bekannt geworden. Dennoch sollten Bürgerinnen und Bürger, die tote Vögel auffinden, diese nicht anfassen und entsprechende Funde den lokalen Behörden melden.
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