
Außergewöhnliche Ausflugsziele
Die etwas andere Insel im Mittelmeer: Acht Orte auf Djerba, die sie gesehen haben sollten
Salam - Shalom - Paix - Peace - Frieden: Djerbi sprechen viele Sprachen, drei Religionen werden auf der Insel praktiziert. Der Islam ist natürlich die Religion der überwiegenden Mehrheit der Djerbi, aber es gibt auch eine große jüdische Gemeinde mit rund 1000 Menschen und einige christliche Gemeinden.
1. La Ghriba-Synagoge und Djerbahood in Erriadh
Ein beeindruckendes Monument des jüdischen Lebens findet sich in Erriadh, rund 15 Autominuten südlich der djerbischen Hauptstadt Houmt Souk. Die Synagoge ist das älteste jüdische Gebetshaus in ganz Nordafrika und wurde der Legende nach im 6. Jahrhundert erbaut. Ghriba bedeutet so viel wie "die Wunderbare" oder auch "die Fremde" - in Bezug auf die jüdische Tradition, weit entfernt von der Heimat.

Die Synagoge steht für Besucher, außer an jüdischen Feiertagen, offen und beherbergt die älteste Thora der Welt.
Erriadh ist aber nicht nur wegen der Synagoge einen Ausflug wert. Zahlreiche StreetArt-Kunstwerke zieren die Hauswände der verwinkelten, kleinen Stadt. 2014 lud ein Veranstalterteam rund 250 Künstler ein, die Hauswände der Bewohner mit ihren Kunstwerken zu verschönern. Die Bewohner waren zunächst skeptisch. Heute ist der Ort ein beliebter Touristenort - und auch die Bewohner sind stolz auf ihre einzigartigen Kunstwerke an ihrer Wand.

2. Houmt Souk - die Hauptstadt von Djerba
Houmt Souk bedeutet so viel wie "Marktviertel" und war viele Jahrhunderte der Warenumschlagsplatz zwischen Wüste und Mittelmeer. Hier endeten die Karawanen aus der Sahara, Waren wurden von hier aus in den Mittelmeerraum verschifft.
Das Aushängeschild der 65.000 Einwohner-Stadt sind die engen Marktgassen. Sie sind teilweise überdacht und aufgeteilt nach den verschiedenen Handwerken. Weber, Schneider, Juweliere, Gerber, Sticker, Kupferstecher, Teppich-, Leder- und Parfümhändler verkaufen hier ihre Waren. Wer hier
3. Karawanserei "El Fondouk"
In den Lagerhäusern, den Fondouks oder Karawansereien, wurden früher die Waren aufbewahrt. Im Erdgeschoss lagerten die Waren, im Innenhof wurden Kamele, Dromedare und Esel untergebracht, die Händler und Reisenden hatten ihre Unterkunft im 1. Stock. Einige dieser Lagerhäuser sind heute zu Restaurants oder Hotels umgebaut.

Eines dieser Fondouks, in dem man eindrücklich sehen kann, wie das Leben damals funktionierte, ist das gleichnamige Restaurant "El Fondouk" in Houmt Souk.
4. Besuch bei Korbflechter Mohamed Khacha in Houmt Souk
Beeindruckend ist ein Besuch beim Korbflechter Mohamed Khacha im antiken Marktviertel von Houmt Souk. Seit über 60 Jahren flechtet er aus heimischen Gräsern Matten, Hüte, Fangreusen, Taschen und vieles mehr.
Gerne erzählt er über sein Handwerk und die Geschichte seiner Werkstatt. Seine Tochter übersetzt auf Englisch, wenn nötig. Er bietet auch Workshops an, um sein Handwerk zu lernen.

5. Führung durch Houmt Souk mit Wajdi Borgi

Wajdi Borgi ist ein djerbisches Original. Lebendig und lustig erzählt er bei einem Rundgang durch Houmt Souk die Geschichte und führt auch in Ecken der Stadt, die nicht jeder Tourist zu sehen bekommt.
Wer einen ganzen Tag mit Wajdi Borgi verbringen will, den lädt er auch noch zu einem djerbischen Kochkurs ein. Buchbar sind die Führungen in der Tourist Information im Zentrum von Houmt Souk oder über die App Djerba 360°.
6. Village Artisanal in Houmt Souk

Kreative Workshops kann man im Künstlerhaus "Village Artisanal" besuchen. Die Djerbin Marwa Dridi erklärt und zeigt, wie man traditionelle djerbische Figuren herstellt - das Kunstwerk wird dann nach Hause geschickt, wenn es fertig getrocknet ist. Wer gleich eines der Kunstwerke mit nach Hause nehmen möchte, kann es auch vor Ort im Atelier kaufen.
7. Töpfern in Guellala
Die djerbische Töpferkunst ist einzigartig. Zahlreiche Töpfereien bieten entlang der Straßen ihre Waren an. Die Stadt Guellala im Süden der Insel und rund 30 Minuten von Houmt Souk entfernt ist das Töpferzentrum der Insel. Hier hat auch der Töpfer Fethi Sakal seine Töpferwerkstatt, die er bereits in elfter Generation führt. In dem unter der Erde errichteten Gewölbe fertigt Fethi Sakal bis heute auf traditionelle Art Gefäße, Schalen und Gegenstände her, wie sie bereits in der Antike gefertigt wurden.
Bei ihm kann man auch einen zweistündigen Töpferkurs buchen, der sowohl für Erwachsene wie Kinder ein Highlight ist. Barfuß muss man zunächst die Tonerde bearbeiten, um daraus den Ton herzustellen, mit dem man später Figuren, Schalen oder ein kleines Tongefäß herstellt. Nach getaner Arbeit kochen alle gemeinsam einen Römertopf, der über dem Lagerfeuer köchelt. Umgerechnet acht Euro kostet der Töpferkurs für Erwachsene, 6,50 Euro für Kinder. Beim Essen entscheiden die Gäste selbst, wieviel es ihnen wert ist.
Einen schönen Blick aufs Mittelmeer hat man nur wenige Minuten von Guellala entfernt an der Wehrmoschee Sidi Yati. Hier kann man mit etwas Glück auch Flamingogruppen im flachen Meer stehen sehen.

8. Wo ein Sonnenuntergang auf Djerba besonders schön ist
Die Wehrmoschee Sidi Jamour im Westen der Insel ist ein jeden Abend ein echter Besuchermagnet. Zum Sonnenuntergang treffen sich dort Einheimische und Touristen, um das Farbspiel der Sonne zu verfolgen, wenn diese ins Mittelmeer versinkt. Im kleinen Fischerhafen direkt daneben dümpeln die Boote im ruhigen Wasser. Im Hintergrund ruft der Muezzin in der Moschee zum Abendgebet. Ein besonderer Moment für alle Besucher dieses Ortes.
Tipp: Am besten kommt man mit dem Taxi zu den Sehenswürdigkeiten - im Hotel kann man das Taxi buchen. Ein halber Tag kostet zwischen 20 und 30 Euro. Auch Mietwagen buchen ist möglich.

9. Essen, das man probiert haben muss auf Djerba
Brik, das traditionelle Frühstück der Beduinen: Ein Ei wird in einen Fladen geschlagen und mit verschiedenen Gewürzen in den Fladen eingewickelt. So kommt der Fladen in heißes Fett. Und nach kurzer Zeit frisch und heiß auf die Hand. Perfekt ist der Brik, wenn das Eigelb noch flüssig ist.
Couscous: Das tunesische Nationalgericht gibt es in zahlreichen Varianten - vegetarisch oder mit Fleisch
Chakchouka: Eintopf aus Zwiebeln, Tomaten, Paprika und Gemüse der Saison
Harissa: Scharf-rauchige Paste aus Chili, Knoblauch und Olivenöl. Wird zu vielen Gerichten beigemischt oder als Zusatz angeboten.
Tipp: Frisches Brot aus einer Bäckerei (Boulangerie) holen und dies in djerbisches Olivenöl und Harissa tunken - dazu noch Oliven und Thunfisch: Der perfekte Imbiss für den Strandtag
Celtia: Das in Tunesien gebraute Bier
Bhouka: Feigenschnaps mit 37,5 Vol.-% Alkohol
Direct: Starker Kaffee mit Milch - und Zucker, wenn man möchte
Express: Espresso
Thé a la menthe: gesüßter Minztee mit frischer Minze

Die wichtigsten Begriffe auf tunesisch
- Danke: Aishek/Sacha (herzlich)/Shukran (förmlich)
- Gerne geschehen: afouan
- Vielen Dank und Gott ist mit Dir: shoukran jaychek (sehr herzlicher Dank)
- Bitte: fadhel/minfodlik
- Guten Tag/Hallo: Asslema/häbby
- Auf Wiedersehen: Bislema
- Auf geht‘s: Yalla!/Haya!
- Entschuldigung: Sahmani
- Guten Morgen: spachir scuid
- Guten Abend: spachir scuida
- Gut/In Ordnung: Bähi
- Ja: na:am
- Nein: lä
Gängige Sprache: Arabisch und Französisch - viele Djerbi können aber auch Englisch oder Deutsch
Djerba und die Sache mit dem Müll
Ganz Tunesien hat ein Plastikproblem. Auch auf Djerba ist es unübersehbar: Plastiktüten, Bauschutt, Schrott und vieles mehr findet man eigentlich auf jeder größeren freien Fläche, im Straßengraben, auch am Strand. Dieser Umstand ist einer regional sehr schlecht organisierten öffentlichen Müllentsorgung geschuldet. Aber auch einem mangelnden Wissen und Bewusstsein der Bevölkerung,
Laut der Umweltorganisation WWF werden in Tunesien nur etwa vier Prozent des anfallenden Mülls recycelt. Der Müll gelangt mit dem Wind ins Meer und von dort wieder an die Strände.
Doch es gibt erste Bestrebungen, diesem Problem Herr zu werden. Viele Hotelanlagen verfügen bereits über ein Recyclingsystem auf ihren Anlagen. Die Bevölkerung wird für das Thema Recycling sensibilisiert. "Wir sind auf einem guten Weg", sagt Hichem Mahouachi, Tourismusbeauftragter des tunesischen Fremdenverkehrsamtes auf Djerba.

Mehr Informationen
Direktflug mit 2,5 Stunden Reisezeit ab Frankfurt mit Tunisair oder ab München in zwei Flugstunden mit Discover Airline u.a. - unbedingt nötig bei der Einreise ist ein Reisepass mit mindestens noch sechs Monaten Gültigkeit.
Beste Reisezeit für kulturelle Aktivitäten: September bis Juni.
Eine hilfreiche App zum Buchen von kulturellen und kreativen Ausflügen ist die App 360° Discover Djerba - inklusive Währungsrechner. Für Android und für iPhones kostenlos zum Herunterladen.
Gezahlt wird in Tunesien mit Tunesischen Dinar (TND). Zehn TND entsprechen etwa 3 Euro. Dinar dürfen nicht ausgeführt werden. Euros werden nur in Scheinform angenommen und auch nicht überall. Wechseln kann man das Geld in jedem Hotel oder direkt an einem Bankautomaten abheben. Hier können jedoch zusätzliche Kosten entstehen. Über ein freiwilliges Trinkgeld freuen sich Wirte, Taxifahrer und Hotelpersonal.
Für Tunesien benötigt man in der Regel ein zusätzliches Datenpaket von seinem Anbieter, um außerhalb eines WLANs online gehen zu können. WLAN ist jedoch in den meisten Hotels und an vielen öffentlichen Plätzen abrufbar.
Diese Reise wurde unterstützt vom Fremdenverkehrsamt Tunesien.
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