
"Japaner" hoppeln durchs Gehege
Die neuen Stars im Kinderzoo: Seltene Kaninchenart im Tiergarten Nürnberg
Im Tiergarten der Stadt Nürnberg sind ab sofort vier Kaninchen der Rasse Japaner (Oryctolagus cuniculus dom.) zu sehen. Ihr Gehege befindet sich im Kinderzoo am südöstlichen Ende des Tiergartens.
Fell im Harlekin-Stil
Die Grundfarben sind schwarz und gelb, wobei die Farbfelder schachbrettmäßig über den Körper verteilt sind. Dieses Muster erinnert ein wenig an einen Harlekin, was den englischen Namen dieser Rasse – Harlequin Rabbit – erklärt.

Die Haltung der neuen Rasse kam durch eine Kooperation des Zentralverbands der deutschen Rassekaninchenzüchter (ZDRK) und des Tiergartens zustande, berichtet die Zooleitung. In Mittelfranken habe es bislang noch keinen Züchter von Japaner-Kaninchen gegeben. Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V. (GEH) zählt die Japaner zu den stark gefährdeten Rassen.
Nutztierrassen erhalten
Tiergarten-Tierärztin Katrin Baumgartner betont den hohen Stellenwert bedrohter Haus- und Nutztierrassen für die Einrichtung: " Wir halten und züchten beispielsweise schon seit 1981 Rotkopfschafe – ebenfalls eine bedrohte Nutztierrasse, die ursprünglich aus den Pyrenäen stammt. Mit der Haltung der Japaner- Kaninchen steigen wir nun in die Zucht einer weiteren bedrohten Haustierrasse ein und können zu ihrem Erhalt beitragen."
Für Markus Fischer, erster Vorsitzender des Bezirksverband Mittelfranken der Kaninchenzüchter ist es ein Ziel den Tiergarten-Besuchern den Wert dieser seltenen Rassen näherzubringen.
"Nutztiere haben unsere Welt verändert"
Beim Einzug der Japaner-Kaninchen in den Tiergarten war auch Sinje Büttner vor Ort. Als Projektkoordinatorin des Nutztierrassenprojekts des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ) lobt sie den Einstieg in die Erhaltungszucht der Japaner: "Nutztiere haben unsere Welt verändert. Die Geschichte begann vor mehr 15.000 Jahren mit der Entwicklung des ersten Haustiers, dem Hund. Nur dank der Haus- und Nutztiere konnten die Menschen ihre heutige Kultur entwickeln. Über viele Generationen entstand so eine große Vielfalt verschiedener Rassen, eine einzigartige globale Ressource", so Büttner.