
Raubkatzenzucht
Deshalb musste Tiger Nikolai den Tiergarten Nürnberg verlassen
Am Dienstag musste der Sibirische Tiger Nikolai auf Empfehlung des Europäischen Zuchtprogramms EEP (EAZA Ex-situ Programm) den Nürnberger Tiergarten verlassen.
Mitte November 2020 kam Nikolai auf Empfehlung des EEP nach Nürnberg. Eigentlich hätte er mit dem Weibchen Katinka für Nachwuchs sorgen und damit zum Erhalt der stark bedrohten Art beitragen sollen. Da es zwischen den beiden Großkatzen aber laut einer Pressemitteilung der Stadt Nürnberg "sozial nicht harmoniert" habe, wurde der Kater nun an einen Zoo in Schweden abgegeben. Ersatz für den Nürnberger Tiergarten ist bereits in Planung.
Über mehrere Monate wurden Katinka und Nikolai regelmäßig zusammengelassen. Die Verpaarungsversuche blieben aber ohne Erfolg. Der Tiergartendirektor Dag Encke sagt hierzu: "In solchen Fällen kann es bei Raubkatzen zu aggressiven Auseinandersetzungen kommen, die auch mit dem Tod eines Tieres enden können. Wir haben uns deshalb nach Abstimmung mit der EEP-Koordinatorin entschieden, die Verpaarungsversuche nicht fortzuführen."
Durch Wilderei und Lebensraumverlust stark gefährdet
Der Sibirische Tiger, auch als Amurtiger bekannt, ist die größte Katze des Planeten. Manche Männchen wiegen zwischen 280 und 300 Kilogramm. Im Vergleich, ein ausgewachsener männlicher Löwe wiegt nur zwischen 150 und 225 Kilogramm. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) bewertet den Bestand der Amurtiger als "stark gefährdet".
Die Tiere leben in einem Gebiet vom russischen Fernen Osten bis hin zu angrenzenden Regionen in Nordkorea und China. Wilderei und Lebensraumverlust, auch durch Waldbrände, bedrohen die Art. Der größte Feind der Amurtiger ist der Mensch.
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