
"Gastronomie darf mehr"
Warteschlangen und Einlassstopp: Das Fürthermare hadert mit Corona-Regelung
Niedrige Temperaturen, Regen und gelegentlicher Schneefall dominieren derzeit das fränkische Wetter. Viele Menschen sehnen sich nach Wärme – gerne ohne fünf Kleidungsschichten übereinander. Thermal- oder Hallenbäder mit beheizten Becken, mit Rutschen und Entspannungsbereichen erscheinen da immer verlockender. Doch vor dem Vergnügen ist oft Geduld gefragt. Und manchmal hilft selbst die nicht.
Am vergangenen Sonntag etwa musste das Fürther Thermal- und Erlebnisbad um 12 Uhr einen Einlassstopp verhängen. "Da sind Kinder, die weinen, weil die Familie wieder umkehren muss. Das zerreißt einem das Herz", sagt Fürthermare-Chef Horst Kiesel. Manche harrten in der Kälte aus, in der Hoffnung, dass bald doch wieder etwas geht.
An den Kennzeichen der Autos sieht Kiesel, dass viele von weiter weg kommen. Die aktuelle Regelung, wonach Bäder trotz 2G-plus-Vorgabe genauso wie Kinos oder Theater nur 25 Prozent der sonst zulässigen Besucherzahl einlassen dürfen, während die Gastronomie ihre Tische voll besetzen darf und das bei 2G, findet Kiesel wie etliche Kulturschaffende in Bayern einfach ungerecht. Auch die Franken-Therme in Bad Windsheim hat mit den Corona-Bestimmungen zu kämpfen: Lange Warteschlangen sorgten für Ärger bei den Gästen.
Vor den Türen des Fürthermare haben die Verantwortlichen Pavillons aufgestellt, um die anstehenden Gäste zumindest ein wenig vor der Witterung zu schützen. In den Weihnachtsferien reichte die Besucherschlange allerdings deutlich darüber hinaus bis auf den Parkplatz. Und das, obwohl für die Einlasskontrolle und die Beantwortung von Fragen am Telefon zusätzliche Mitarbeiter eingestellt wurden.
Insbesondere zwischen 9.30 und 10.30 Uhr sei es aber trotz aller Bemühungen immer wieder zu Warteschlangen gekommen, berichtet Rainer Grasberger, neben Kiesel Geschäftsführer der Firma Vitaplan, die das Fürthermare betreibt. Ein Verlustgeschäft, wie er offen sagt. "Eine freiwillige Betriebsschließung wäre das einzig Sinnvolle gewesen, jedoch wollten wir für unsere Gäste in der Weihnachtszeit da sein."
Für die 2G-plus-Kontrolle
Für Besuche am Wochenende empfiehlt Grasberger eine Online-Reservierung. Diese kostet 2,50 Euro für Gäste ab drei Jahren und führt an der ersten Schlange vorbei in den Eingangsbereich des Fürthermare. Dort muss noch – wie derzeit bei allen Bädern – die Einhaltung der 2G-plus-Regelung kontrolliert werden: Wer bislang zwei Mal geimpft wurde oder genesen ist, muss zusätzlich ein maximal 24 Stunden altes negatives Antigen-Schnelltest-Ergebnis vorzeigen. Selbsttests gelten nicht.
Ausgenommen von der Testpflicht sind Kinder unter 14 Jahren, 14- bis 18-Jährige, die in der Schule regelmäßig getestet werden (der Schülerausweis ist vorzulegen; für Berufsschüler gilt die Ausnahme nicht), Geboosterte (ab Tag 1) sowie zweifach Geimpfte, die sich mit Corona angesteckt haben und wieder genesen sind. Auch ein Ausweisdokument sollte man immer dabeihaben.
Im Foyer des städtischen Hallenbads nebenan wurde eine Schnellteststelle eingerichtet. Über die wechselnden Öffnungszeiten müssen sich die Gäste im Internet informieren. Im Bad selbst ist die Lage dafür etwas entspannter, ähnlich wie im Hallenbad in Stadeln. "Wir haben die Besuchergrenze in beiden Hallenbädern auf eine gleichzeitige Anwesenheit von 60 Personen festgelegt, um ausreichende Abstände gewährleisten zu können", sagt Dominic Strotzer, bei der Infra unter anderem verantwortlich für die Bäder.
In der Regel komme es nur zu einer geringen Auslastung, außer in der Ferienzeit; größere Warteschlangen gab es noch nicht. Dennoch empfiehlt er den Besuchern, ihre Nachweise am Eingang bereitzuhalten, um die Wartezeit möglichst kurz zu halten. Der Großteil der täglichen Eintrittskarten ist als Online-Tickets verfügbar, zum Vor-Ort-Kauf steht nur eine kleine Anzahl zur Verfügung.
Beim Bibertbad in Zirndorf entstehen dagegen schon häufiger mal Schlangen. "Wie bei vielen anderen Freizeiteinrichtungen ist das auch bei uns unvermeidbar", sagt Badleitung Tanja Ehrlich. Da es nur Vor-Ort-Tickets gibt, ist bei größerem Besucheraufkommen Geduld gefragt und auch ein Einlassstopp möglich.
Ausgeweitet wird derzeit das Angebot, vor Ort Schnelltests zu machen. Tanja Ehrlich: "Aktuell wird eine feste Teststation aufgebaut, deren Öffnungszeiten uns jedoch noch nicht bekannt sind."
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