Der Admiral ist einer der ersten Schmetterlinge, die im Frühjahr zu sehen sind.
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Der Admiral ist einer der ersten Schmetterlinge, die im Frühjahr zu sehen sind.

Mitmachprojekt

Frühlingserwachen in der Falterwelt: LBV ruft zum Melden von Schmetterlingen auf

Schon den ersten Schmetterling des Jahres entdeckt? Mit den ersten wärmeren Frühlingstagen sind auch die farbenfrohen Luftakrobaten wieder unterwegs. Bereits zum zweiten Mal bittet der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) im Rahmen des Mitmachprojekts „Falter im Fokus“ alle Bürgerinnen und Bürger, ganz besonders auf drei Schmetterlingsarten zu achten und jede Beobachtung zu melden: Admiral, Schwalbenschwanz und Taubenschwänzchen.

Mehr als 3200 Menschen beteiligten sich vergangenes Jahr an der Aktion und meldeten über 8600 Falter, erklärt Thomas Aumer, Leiter des Referats Artenschutz beim LBV. In diesem Jahr geht das Mitmachprojekt in die Verlängerung - doch eine Sache ist gänzlich anders: Die Meldezeiträume der drei Fokusarten beschränken sich nicht mehr auf bestimmte Monate – stattdessen sollen Beobachtungen das ganze Jahr über mitgeteilt werden. Meldungen sind möglich unter www.lbv.de/falter-im-fokus

Der Admiral ist ein häufiger Gartenbesucher

Eine der drei Fokusarten ist der Admiral. Er ist ein häufiger Gartenbesucher, aber auch an lichten Waldstellen, auf Obstwiesen und an Feldwegen ist er vom Frühjahr bis in den Spätsommer hinein oft zu sehen. Erkennbar ist er an seiner gezackten, roten Binde und den weißen Balken an den Flügelspitzen. „Ursprünglich ist der Admiral ein Wanderfalter, der im Herbst wie viele Zugvögel über die Alpen in den Süden zieht“, so Aumer.

Wer den Edelfalter dieses Jahr bereits entdeckt hat oder in den kommenden Tagen beobachtet, habe mit großer Wahrscheinlichkeit ein Exemplar vor sich, das die Wintermonate im Freistaat verbracht hat. Ab April kehren dann auch die Admirale aus dem Süden zurück. Um sie zu unterstützen, ist es wichtig, Brennnesseln stehenzulassen, denn: Dort legen die Weibchen vom späten Frühjahr bis in den Sommer bevorzugt ihre Eier ab.

Auch ein Großteil der Taubenschwänzchen hat den Winter in wärmeren Gefilden verbracht. Diese Art fällt vielen Menschen auf, weil ihr schneller schwirrender Flug an einen Kolibri erinnert. Im späten Frühjahr wandern zahlreiche der Tiere, die in Süd- und Westeuropa sowie Nordafrika geschlüpft sind, nach Bayern. Einige von ihnen bleiben den Sommer über im Freistaat, andere sind nur Durchzügler auf ihrem Weg weiter Richtung Nordern.

„Zwar gab es auch bei den Taubenschwänzchen in der Vergangenheit Individuen, die eine Überwinterung in Bayern wagten, mit zunehmend milderen Wintern könnten es aber mehr werden und die Überwinterungsversuche zunehmend erfolgreich sein“, so Aumer. Über Veränderungen im Verhalten der beiden Wanderfalterarten könnten auch die Meldungen aus der Bevölkerung Aufschluss geben.

Der Schwalbenschwanz wiederum verbringt den Winter als Puppe. Wenn die Temperaturen in den kommenden Wochen steigen, schlüpfen daraus die majestätischen Schmetterlinge mit der auffällig schwarz-gelben Färbung und den namengebenden Flügelfortsätzen. Die Weibchen legen ihre Eier auf Doldenblütler wie Wilde Möhre, Fenchel oder Dill, von deren Blättern sich die Raupen nach dem Schlüpfen ernähren.

Obwohl der Schwalbenschwanz schnell und weit fliegen und so leicht neue Lebensräume aller Art besiedeln kann, nehmen seine Bestandszahlen aus verschiedenen Gründen ab, weiß der Referatsleiter Artenschutz. „Werden Wiesen beispielsweise zu häufig gemäht und gemulcht oder kommen vermehrt Pestizide und Dünger zum Einsatz, kommen dabei oft die Raupen, Eier und Puppen des Schwalbenschwanzes zu Schaden.“

Das Bewusstsein für die Vielfalt der Schmetterlingsarten wird geschärft

Die Aktion „Falter im Fokus“ wurde ins Leben gerufen, um das Bewusstsein für die Vielfalt und Bedeutung der heimischen Schmetterlingsarten zu schärfen, so der LBV. „Durch systematische Beobachtungen und Datensammlungen wollen wir die Populationen dokumentieren und wertvolle Erkenntnisse über ihre aktuelle Lebensweise und ihre Bedürfnisse gewinnen“, sagt Aumer. Ein besonderer Schwerpunkt liege dabei auf gefährdeten Arten, deren Bestand in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist.

Der LBV wertet die gesammelten Daten aus und veröffentlicht sie zeitnah. Mehr Informationen gibt es unter www.schmetterlingebayern.de

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