Carina Harbeuther.
© Steffen Riedel
Carina Harbeuther.

Interview

Europawahl: Erlangerin Carina Harbeuther über Migration, Europa und eine Absage an den Nationalismus

Am Sonntag, 9. Juni, findet in Deutschland die Wahl zum Europäischen Parlament statt. In Zusammenarbeit mit Werkstatt Demokratie, einer Initiative der Erwachsenenbildung im Evangelischen Dekanat Erlangen, sprechen wir mit Erlangerinnen und Erlangern über ihr Europa. Heute im Gespräch: Carina Harbeuther. Harbeuther war bis 2021 Beauftragte für Flüchtlingsarbeit und Migration des evangelischen Dekanats Erlangen. Momentan arbeitet als Studienleiterin bei BildungEvangelisch Erlangen. Sie hat mehrere europaweite Projekte betreut, u.a. das Museumsprojekt "Evangelische Migrationsgeschichten", bei dem zehn Einrichtungen aus sechs Europäischen Ländern beteiligt sind.

Welche Erfahrungen während ihrer Arbeit an europaweiten Projekten waren für Sie besonders prägend?

Beeindruckend war die große Begeisterung für europaweite Vernetzung, die ich überall gespürt habe. Es gab großen gegenseitige Respekt beim Entdecken von Gemeinsamkeiten, Unterschieden und geteilten Erfahrungen. Ich durfte erleben, dass das Potential einer europäischen Gemeinschaft immer außer Frage stand und auch absolut erwünscht war.

Was würden Sie sich wünschen im Hinblick auf den Umgang mit Migration in Europa?

Ich wünsche mir ein stärkeres Bewusstsein darüber, dass das Phänomen der Migration schon immer zur europäischen Geschichte dazugehört hat. Gesellschaften wurden durch Migrant*innen seit jeher bereichert! Die Gründe für Migration waren und sind natürlich vielfältig. Heute wünsche ich mir vor allem, dass jede*r Migrant*in zuallererst als Mensch gesehen wird, der seine berechtigten Gründe hat zu migrieren.

Worin liegt für Sie die Bedeutung der Europawahlen am 9. Juni?

Die Wähler*innen haben an diesem Tag die Chance Parteien zu wählen, deren Anliegen es ist, ein gemeinsames Europa zu stärken und nationalistischen Ideen eine Absage zu erteilen. Die Wahl am 9. Juni sollte die grundeuropäischen Ideen von Frieden und Freiheitsrechten allen Wähler*innen in Erinnerung rufen – und dass ihre Wahlbeteiligung zum Erhalt eben dieser beträgt.

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