Die Netzstecker mehrerer Küchengeräte stecken in einer Steckdose an einer Küchenzeile. Der Stromverbrauch im Netzgebiet der N-Ergie ist 2024 erneut gesunken.
© Hauke-Christian Dittrich/dpa
Die Netzstecker mehrerer Küchengeräte stecken in einer Steckdose an einer Küchenzeile. Der Stromverbrauch im Netzgebiet der N-Ergie ist 2024 erneut gesunken.

"Problematischer Trend"

Stromverbrauch rund um Nürnberg erneut gesunken - mit Folgen für die Versorgungssicherheit

Der Stromverbrauch im Netzgebiet der N-Ergie ist 2024 erneut gesunken: Wie das Unternehmen mitteilt, wurden insgesamt 7,6 Terawattstunden (TWh) Strom abgenommen – das sind rund zwei Prozent weniger als im Jahr zuvor. Damit setze sich, ungeachtet des "Corona-Effekts" 2021, ein langjähriger Trend seit 2018 fort.

Aus der Perspektive des Netzbetriebs sei der rückläufige Bezug aus dem Stromnetz eine problematische Entwicklung: "Da die Einspeisemengen durch den PV-Boom stetig steigen, wäre ein sinnvoll gegenüberstehender Verbrauch wünschenswert – beispielsweise durch Elektroautos oder Batteriespeicher, die in den Mittagsstunden aufgeladen werden", sagt Unternehmenssprecher Michael Enderlein. Aktuell wachse aber die Differenz zwischen Erzeugung und gleichzeitigem Verbrauch stetig weiter. An immer mehr Tagen stehe im Netzgebiet stundenweise ein Vielfaches des benötigten Stroms zur Verfügung.

N-Ergie Netz muss Stromleitungen vor Überlastung schützen

Die Folge: "Erneuerbare Energieerzeuger müssen zunehmend abgeregelt werden, um die Stromleitungen vor Überlastung zu schützen und die Versorgungssicherheit aufrechtzuerhalten", erklärt der N-Ergie-Sprecher. "Allerdings ist ein Großteil der Photovoltaik-Anlagen bislang nicht steuerbar, diese speisen also unabhängig von der Nachfrage ins Stromnetz ein. Das Stromnetz gelangt deshalb aktuell gerade in den Mittagsstunden an seine Grenzen."

Die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland, aber auch der zögerliche Hochlauf bei E-Mobilität und Wärmepumpen sorgten dafür, dass die Verbrauchsprognose des Bundeswirtschaftsministeriums, die von 655 TWh im Jahr 2030 ausgeht, aktuell weit unterboten werde. Die Gründe für den zuletzt hohen Rückgang im Netzgebiet der N-Ergie seien in erster Linie "im rekordmäßigen Zubau von Photovoltaik-Dachanlagen 2024 zu finden", so Enderlein. "Aufgrund des deutlich gestiegenen Eigenverbrauchs wird zunehmend weniger Energie aus dem Stromnetz benötigt."

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