Das entscheidende Tor am Samstag: Josh Knight staubt zum 1:2 ab.
© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink
Das entscheidende Tor am Samstag: Josh Knight staubt zum 1:2 ab.

1:2 gegen Hannover

Nach über fünf Monaten: Der Club verliert mal wieder ein Heimspiel

Anders als überregionale Medien wollte Miroslav Klose vorab nicht von einem so genannten "Verfolgerduell" sprechen, obwohl zumindest der Relegationsplatz sowohl für den 1. FC Nürnberg als auch für seinen Gast aus Hannover noch in Sichtweite ist. Lieber von Spiel zu Spiel schauen und irgendwann, was die Saison 2024/25 noch so zu bieten haben könnte.

Ein bisschen Druck schien aber auch der weltberühmte Trainer zu verspüren. "Wir haben viel zu verlieren", sagte Klose hinsichtlich der schönen Erfolgsserie seit Ende Dezember. Sieben Punkte hat der Club seitdem gutgemacht auf den zumindest in der Hinserie noch ausgesprochen ambitionierten Gegner aus Niedersachsen.

Aufsteigen wollten die Sechsundneunziger eigentlich und kommen ihrem Traum nach dem 2:1 (1:1) am Samstagnachmittag in Max-Morlock-Stadion wieder ein kleines Stück näher. Leopold kurz vor und Knight kurz nach der Pause trafen für die Elf von Andre Breitenreiter, Tzimas hatte den Club in Führung gebracht.

Um den Angriff wieder etwas mehr Schwung zu verleihen, hatte Klose sein System mal wieder um- und mit Janis Antiste einen zweiten Stürmer aufgestellt. Mit Mahir Emreli saß zudem eine qualitativ hochwertige Alternative wieder auf der Bank, nachdem aus dem Wechsel des Aserbaidschaners zum FC Seoul nichts geworden ist.

Der 1. FC Nürnberg läuft nur hinterher

Trotzdem lief der Club in der ersten Halbzeit eigentlich bloß hinterher; Hannover störte früh und entschlossen, woraus etliche Ballgewinne tief in der Nürnberger Hälfte resultierten und auch gute Möglichkeiten, die beste bis dahin für Phil Neumann. Nach schönen Solo setzte er seinen Schuss im Strafraum aber etwas zu hoch an (19.).

Nach einem Kopfball von Joshua Knight aus wenigen Metern musste wenig später Jan Reichert sein ganzes Können aufbieten, es blieb beim 0:0 – und plötzlich führte der 1. FC Nürnberg. Wer für sein Pressing weit aufrückt, lässt in seinem Rücken natürlich viel Wiese; nach sehenswertem Angriff über Tzimas und Castrop traf Antiste per Heber nur die Latte, den Abpraller köpfte Tzimas zur Führung ein (36.).

Das Nürnberger Glück sollte allerdings nur von kurzer Dauer sein. Nach einer zweifelhaften Freistoß-Entscheidung traf Leopold sehenswert zum mehr als verdienten Ausgleich, Hannover hatte die ersten 45 Minuten dominiert und drängte auch nach der Pause einfach weiter. Wdowik prüfte Reichert aus rund 20 Metern mit einem Aufsetzer, Nürnbergs Nummer eins ließ sich aber nicht überraschen.

In der 57. Minute sah das etwas anders aus: Nach einem Freistoß köpfte Neumann aus spitzem Winkel an den Querbalken, Knight staubte ab - das 1:2. Hielt aber auch nicht lange, Justvan ließ sich zwei Minuten später nach einer missglückten Abwehraktion nicht zweimal bitten und schob die Kugel überlegt ins lange Eck.

Das 2:2 - dachten alle, bis der VAR ein Foul von Antiste an Muroya in der Entstehung anmerkte und ihm der Feld-Schiedsrichter folgte. Es drohte also weiterhin die erste Heimniederlage seit dem 21. September, seit über fünf Monaten - aber der Club drehte jetzt auf und hatte fortan auch deutlich mehr vom Spiel.

Weil das zwar unermüdliche, aber mitunter ideenloses Anrennen selbst nach der Einwechslung Emrelis nicht mehr den gewünschten Erfolg brachte, schlichen Kloses Nürnberger mal wieder als enttäuschte Verlierer vom Platz. Und sind jetzt erst mal keine Verfolger mehr.

Nürnberg: Reichert; Drexler, Knoche (77. Emreli), Karafiat – Janisch, Castrop (66. Lubach), Jander, Yilmaz – Justvan - Antiste (89. Schleimer), Tzimas.

Hannover: Zieler; Knight, Halstenberg, Neumann - Kunze – Muroya (63. Momuluh), Leopold, Rochelt (63. Gindorf), Wdowik - Nkankam (72. Tresoldi), Nielsen (78. Voglsammer).

Schiedsrichter: Bauer (Neuhofen). – Zuschauer: 31.961. – Tore: 1:0 Tzimas (36.), 1:1 Leopold (42.), 1:2 Knight (57.). – Gelbe Karten: Pinola, Janisch, Mathenia / Kunze, Leopold, Momuluh, Gindorf.

Keine Kommentare