Günther Felßner beteuert, die vom Veterinäramt in seinem Stall gefundenen Mängel innerhalb von Stunden abgestellt zu haben.
© Martin Müller
Günther Felßner beteuert, die vom Veterinäramt in seinem Stall gefundenen Mängel innerhalb von Stunden abgestellt zu haben.

Heimlich Video gedreht?

Von Peta angeschwärzt: Veterinäramt findet Mängel in Rinderstall von Günther Felßner

Kurz vor der Aktion von Tierrechtsaktivisten auf seinem Hof in Günthersbühl bei Lauf im Nürnberger Land, die letztlich dazu führte, dass er nicht mehr Bundeslandwirtschaftsminister werden wollte, hatte Bayerns Bauern-Präsident Günther Felßner schon Besuch von anderer Stelle. Wie „Der Spiegel“ berichtet, begutachtete das Veterinäramt im Zuge einer unangekündigten Vor-Ort-Kontrolle den Rinderstall.

Vorausgegangen war offenbar eine Mail der Tierschutzorganisation „Peta“, die dem Landratsamt Nürnberger Land am 20 März eine „tierschutzrechtliche Meldung“ geschickt hatte. Angehängt war ein Video, das in Felßners Stall gedreht worden war.

Diese Mängel stellte das Veterinäramt in Felßners Stall fest

Schon am folgenden Tag standen laut „Spiegel“ die Kontrolleure in Felßners Stall. Das Nachrichtenmagazin listet auch die Ergebnisse der Kontrolle auf: „In Teilen der Laufställe lagen geringgradige Mängel bezüglich der Einstreu und Entmistung vor. Bezüglich einzelner Tiere lagen gering- bis mittelgradige Mängel in der tierärztlichen Versorgung vor. Es lag ein geringgradiger Mangel in der Bauweise am Futtertisch der Kälberbox vor.“ „Nichts Dramatisches also offenbar“, ordnete der „Spiegel“ das ein.

Das Landratsamt bestätigte Felßners „sehr zeitnahe Rückmeldung“, er selbst sagte dem Magazin: „Verbesserungsvorschläge haben wir innerhalb weniger Stunden umgesetzt.“ Das Landratsamt bestätigt, dass „die Mängel beseitigt“ worden seien. Eine Nachkontrolle hat das bestätigt.

Markus Söder: „Stallspitzelei und Denunziantentum“

Felßner selbst hatte die Kontrolle bislang nicht öffentlich thematisiert. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte aber von „Stallspitzelei und Denunziantentum“ gesprochen. Es ist also denkbar, dass er von dem im Stall gedrehten Video und der Mail ans Landratsamt wusste.

Die Tierschutzorganisation „Peta“ sagte dem „Spiegel“, ihr seien die Aufnahmen zugespielt worden. Felßner kommentierte den Vorfall: „Wir haben seit mehreren Wochen den Eindruck, dass unsere Tiere sich ängstlich verhalten. Aber konnten das nicht richtig einordnen.“