
Höhere Auslastung möglich
Ungewöhnliche Manöver: Darum flogen Drohnen um die Hochspannungsleitungen der N-Ergie
Die N-Ergie Netz GmbH kommt mit dem Netzausbau trotz derzeit enormer Investitionen kaum hinterher. Immer mehr PV-Anlagen müssen abgeregelt werden, neu geplante Windräder bekommen keinen Netzanschluss.
Um zumindest zeitweise ein bisschen mehr möglich zu machen, versucht die N-Ergie, das bestehende Netz besser auszulasten. Wenn die Leiterseile durch niedrige Temperaturen, Wind oder Niederschlag abgekühlt werden, kann dort mehr Strom durchfließen als sonst. Um das sicher und zuverlässig zulassen zu können, braucht die N-Ergie aber genaue Messdaten von den Stromleitungen und den Wetterbedingungen vor Ort.
N-Ergie Netz: Das sind die Vorteile der Drohnen
Deshalb rüstet die N-Ergie ihr Hochspannungsnetz mit Messtechnik aus. Im November 2024 wurde eine erste 110-Kilovolt-Leitung mit zehn Sensoren ausgestattet. Diese wurde damals noch durch Netz-Monteure mithilfe eines Hubsteigers installiert.
Nun setzt die N-Ergie Netz laut einer aktuellen Pressemitteilung auf ein innovatives Verfahren bei der Montage: Mithilfe einer speziellen Drohne wurden an 15 Leitungsabschnitten über das Netzgebiet verteilt Kugel-Sensoren installiert. Die fußballgroßen Sensoren des norwegischen Herstellers Heimdall liefern laut N-Ergie in Echtzeit Daten zur aktuellen Auslastung der Stromleitungen.
Beim Ausrollen der Mess-Technik auf das komplette Hochspannungsnetz der N-Ergie Netz wurden nun zunächst die aufgeklappten Sensoren mit einer Drohne an die richtige Stelle manövriert, bevor sich diese dort selbständig um die Leiterseile schlossen. Die Vorteile des Verfahrens laut Pressemitteilung: Weder müssen Ackerflächen unter den Leitungen mit schwerem Gerät befahren werden, noch muss die Leitung während der Installation außer Betrieb genommen werden.
Die Sensoren überwachen verschiedene Betriebsparameter und senden die Daten direkt in die Netzleitstelle. Einer dieser Parameter ist die Leiterseil-Temperatur. Der Wert ist besonders wichtig, da die maximale Betriebstemperatur die Übertragungskapazität von Freileitungen begrenzt.