
Großbaustelle
Mehr Patienten und Geburten: Kreisklinik Roth zieht Bilanz und baut Angebot aus
Die Botschaft ist laut und deutlich: Wir sind gut aufgestellt und wir werden noch besser. Die beiden, die das entschlossen für sich und im Namen ihrer Häuser sagen, sind Landrat Ben Schwarz und Kreisklinik-Chefin Nadine Ortner. Das teilt das Landratsamt in einer Pressemeldung mit. Schwarz und Orter sehen die Kreisklinik zum Jahresstart gut gerüstet für die bevorstehenden Herausforderungen – und können das vor allem für zwei ganz wichtige Bereiche mit bemerkenswerten Zahlen belegen. Da ist zum einen die Frequenz in der Notaufnahme. Weit über 17.000 Patienten und damit rund 1500 mehr als 2023 haben sie im Vorjahr aufgesucht und damit den Ruf der Kreisklinik als Anlaufstelle für den Notfall gefestigt. Ein Ruf, den das 270-Betten-Haus festigen möchte und auf dem seine oberste Priorität liegt. "Das sehen wir als unseren Auftrag, dafür tun wir Alles", betont Vorständin Nadine Ortner. Landrat Schwarz bekräftigt: "Das und nicht weniger ist unser Anspruch: eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige Versorgung unserer Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen."
Damit dies auch in Zukunft gelingt, wird unter anderem gerade eine neue Notfallaufnahme gebaut. Die ist wohlweislich so konzipiert, dass sie Veränderungen in der Kliniklandschaft gut auffangen könnte. Stichwort Krankenhausreform. "Wir sind offen und bereit", lautet die Kunde dazu aus Roth. Die Basis einer guten Weiterentwicklung liegt nicht zuletzt in der Verbindung zwischen Notaufnahme und kassenärztlicher Bereitschaftspraxis. Im Sinne noch besserer Versorgung ist im aktuell laufenden zweiten Bauabschnitt ein neues Herzkathederlabor vorgesehen. Das, zusammen mit den Kompetenzen bei der Schlaganfallversorgung, sei für die Region ein großer Schritt nach vorne. In den Planungen ist zudem im Sinne schwerkranker Patienten wieder ein Klinik-Hubschrauberlandeplatz vorgesehen.
Damit nicht genug: Die Installation einer Akutgeriatrie – für die die Bedarfe eindeutig steigen – ist ebenso richtungsweisend, schließt sie doch am Ort die Lücke zwischen dem akuten Krankenhausaufenthalt und einer Rehabilitationsmaßnahme. "Dann bedienen wir die Anforderungen der Altersmedizin in Bayern", unterstreicht Nadine Ortner. Gerade in Zeiten, in denen Krankenhäuser landauf, landab überwiegend von negativen Schlagzeilen umgeben sind, wollen Klinik und Landkreis den Menschen Unsicherheiten nehmen und das Positive herausstreichen.
Dazu gehört auch, dass das Haus als äußerst attraktiver Arbeitgeber gilt. "Wir wissen, was wir an unseren Mitarbeitern haben." Deswegen biete man zusätzliche Sozialleistungen an, unterstütze mit Programmen wie der Mutschmiede, ermögliche Firmenfitness, veranstalte nach wie vor Betriebsfeste oder das gemeinsame, traditionelle Karpfenessen. Beides erfreut großer Beliebtheit. "Das spricht für unser Betriebsklima", findet Ortner. Und dann sind da ja noch die flexiblen und familienfreundlichen Arbeitszeitmodelle. "Wir versuchen, für jeden das Passende zu finden", sagt Nadine Ortner nicht ohne Stolz.
Dass die Einrichtung in der kommenden Woche dennoch von Ärztestreiks betroffen sein wird, hat nichts mit der Situation am Ort zu tun, betonen beide hinsichtlich der laufenden Tarifverhandlungen, die ja auf ganz anderen Ebenen geführt würden. "Es ist aber doch klar, dass wir das, was wir vor Ort regeln und beeinflussen können, gut machen", betont Ben Schwarz. Der Landrat hat ein weiteres Pfund ausgemacht. Wenn die Stadt Roth die Entwicklung des Quartiers am Westring vorantreibt, entsteht ein attraktives Wohnumfeld mit kurzen Wegen für (neue) Mitarbeiter. "Das hat Potenzial", ist er sicher, gleiches gelte für die Umgestaltung des Klinikgeländes mit drei weiteren Bauabschnitten. Damit würden nicht nur Standards gesetzt, sondern auch Verkehrs- und Parkplatzsituation verbessert. Größtes Kapital aber sind und bleiben die Mitarbeiter, sind sich Ortner und Schwarz einig. Sie beobachten: Zwar ist die Kreisklinik einer der großen Ausbildungsbetriebe im Landkreis. Aktuell durchlaufen rund 90 Frauen und Männer eine Lehre, der Großteil in der Pflege (mit der Besonderheit eines Wohnheims). Doch auch ausgefallenere Berufe wie Medizinischer Technologe für Radiologie können in Roth erlernt werden.
Die gleichzeitige Leistungsfähigkeit und Attraktivität der Klinik lässt sich auch an einer anderen Zahl festmachen. Die Zahl der Geburten ist von 452 im Jahr 2023 auf 475 gestiegen – und das bei einem bundesweit zu verzeichnenden Rückgang. Für sich spricht auch der im Vergleich niedrige Anteil an Kaiserschnitten. Es gäbe noch viele weitere Punkte, die Ortner und Schwarz als Stärken ausmachen. Die hohe Kompetenz "bei Hüfte und Knie", das hohe Niveau bei der Darmkrebsvorsorge und -behandlung.
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