
Deutscher Meister
Roboter-Wettkampf: Laufer Schüler feiern Erfolge gegen Studenten und Profis
Als einzige Schule unter Universitäten und Profis nahmen Schüler des Christoph-Jakob-Treu-Gymnasiums Lauf am Robocup in Nürnberg teil. Dies ist ein internationaler Wettbewerb, bei dem sich Teams und ihre Roboter miteinander messen. Es ist eine offene Deutsche Meisterschaft, weshalb sogar Teilnehmer aus China, Indien und Nordamerika dabei sind.
Das CJT-Gymnasium nimmt seit Jahren an der Rescue Robots League teil. Dort erkunden Roboter die Situation in unwegsamem Gelände, damit die Feuerwehr im Katastrophenfall gezielt eingreifen kann, statt unter Lebensgefahr lange suchen zu müssen.
Das Team aus Oberstufenschülern bewährt sich seit Jahren in der Major-Liga der Rettungsroboter. In diesem Jahr erreichten sie den dritten Platz hinter den Österreichern aus der Fachhochschule Wels und dem Weltmeisterteam der Technischen Hochschule Nürnberg. Außerdem wurden sie Sieger in der Teilwertung für Autonomie, das bedeutet, dass der Roboter nicht nur aus der Ferne mit Hilfe des übertragenen Kamerabilds gesteuert werden kann, sondern auch in der Lage ist, die Navigation durch den Parcours sowie die Bewältigung seiner Aufgaben weitgehend selbstständig zu erledigen.
Forschung voranbringen
Ziel des Wettbewerbs ist die universitäre Forschung auf diesen Gebieten von Jahr zu Jahr voranzutreiben. Umso bemerkenswerter ist, wie auch die Schülergruppe aus Lauf diese Konkurrenz in jedem Jahr aufs Neue besteht. So hat sie im letzten Jahr einen eigenen Roboterarm entwickelt, ihre ohnehin schon hervorragende Geländegängigkeit dank noch besserer, von der Firma Faulhaber gesponsorter Motoren weiter gesteigert und eine Methode zum selbstständigen Kartografieren des Wettbewerbsgeländes entwickelt, die das autonome Fahren entscheidend verbessert.
Das Team aus der Mittelstufe konnte in der Liga der Unter-19-Jährigen den ersten Platz in der offenen Deutschen Meisterschaft erringen und ist damit sogar inoffizieller Europameister. Hier war das Finale aufregend, denn aufgrund eines technischen Fehlers konnte der Roboter im 15-minütigen Prüfungslauf nur sechs Minuten lang fahren und Punkte sammeln. Für den Sieg hat es trotzdem gereicht. Dabei lieferte die Gruppe noch einen ganz besonderen Glanzpunkt: Zum ersten Mal in der Geschichte ihrer weltweiten Liga ist es gelungen, eine kleine Strecke autonom zu fahren, so wie die Großen in der Liga der Erwachsenen.
Zweiter Platz trotz wenig Zeit
Dazu hat die Gruppe, an der maßgeblich Unterstufenschüler beteiligt sind, die Team-Challenge gewonnen. Das ist ein Wettbewerb, bei dem sie in Zusammenarbeit mit Robotern anderer Gruppen im schwierigen Parcours Luftballons zerplatzen lassen müssen. Für einen weiteren dreitägigen Wettbewerb zum Bau eines Roboters mit landwirtschaftlichen Aufgaben konnten die Schüler nur vier Stunden erübrigen, denn ihre Hauptaufgabe war ja die Rettungsrobotik. Für den zweiten Platz nach der Universität Magdeburg hat es trotzdem gereicht.
Nach der unerwartet souveränen Deutschen Meisterschaft bietet sich jetzt eine Fahrt zur Weltmeisterschaft im Juli nach Brasilien an. Allerdings ist die Finanzierung von Wettbewerbsgebühr, Anreise und Übernachtung noch völlig ungeklärt, aber wegen der Anmeldefristen dringend. Hier hofft man auf externe Unterstützung.