Bei einem Gottesdienst nahm eine große Trauergemeinde mit der Würdigung des erfüllten Lebens und international geschätzten Wirkens Abschied von Dr. Dr. Rudolf Hahn.
© Harald Munzinger
Bei einem Gottesdienst nahm eine große Trauergemeinde mit der Würdigung des erfüllten Lebens und international geschätzten Wirkens Abschied von Dr. Dr. Rudolf Hahn.

Abschied von einer besonderen Persönlichkeit

Große Anteilnahme bei Trauergottesdienst für Dr. Dr. Rudolf Hahn

Die Nachricht vom Tod des langjährigen Leitenden Direktors des Besamungsvereins Neustadt löste über die Stadt und den Landkreis hinaus tiefe Trauer und Mitgefühl für die Angehörigen aus. Beim Trauergottesdienst in der vollbesetzten evangelischen Stadtkirche wurde auf das Leben von Dr. Dr. Hahn mit dem Bezug zur Erntezeit zurückgeblickt, habe er doch stets der Natur eng verbunden in der Verantwortung für die Schöpfung und Ehrfurcht vor dem Leben eine reiche Ernte einbringen können. Sei es als dynamischer Macher im Berufsleben wie als Familienmensch und Gastronom oder mit seinem sozialen Wirken.

Am 16. Dezember 1933 in Frankfurt/Main geboren, führte sein Lebensweg über Rothenburg nach Bad Windsheim und schließlich nach Staatsexamen und Promotion 1958 als einer der Stationstierärzte vom Gründer und Geschäftsführer des Besamungsvereins, Dr. Karl Eibl, nach Neustadt. Hier sei schon in diesen frühen Jahren das Potenzial der Biotechnik „künstliche Besamung“ erkannt worden, habe er auf vielen Gebieten Gelegenheiten gehabt, Pionierleistungen erbringen können, wird Dr. Dr. Hahns Wirken in den Aufbaujahren des Besamungsvereins ebenso geschätzt, wie sein technisches Verständnis und seine Experimentierfreude. Mit seinem Namen verbunden bleiben werden methodische Verbesserungen bei der Konservierung von Rinder- sowie Schweinesamenzellen, die Weiterentwicklung der künstlichen Besamung sowie schließlich der Embryotransfer, biotechnische und züchterische Fortschritte durch die stete Erforschung neuer Methoden und Techniken. Seine Publikationen und Lehrbücher seien bis heute Grundlage der Ausbildung von Besamungstechnikern, Fachagrarwirten und Eigenbestandsbesamern, wird sein Wirken mit dem Erfolg gewürdigt, den Besamungsverein zur größten deutschen Besamungsorganisation entwickelt zu haben.

Unermüdlicher Fleiß, ständige Einsatzbereitschaft, Leidenschaft und Zielstrebigkeit sollten bei dem Trauergottesdienst mit Pfarrer Christian Schäfer und seinem Kollegen aus Tauberzell - Dr. Dr. Hahns zweite Heimat nach dem erfüllten Berufsleben mit weiterem engagiertem Wirken als Gastronom – in den Nachrufen sowohl vom Besamungsverein, dem Rinderzuchtverband, dem Imkerverein oder dem Lionsclub zum Ausdruck kommen. Auch am Grab wurde von einer großen Trauergemeinde Abschied genommen von einem Mann, der stets interessiert, offen und zugewandt gewesen, trotz hoher Auszeichnungen und internationalem Ansehen immer den Menschen in der Region verbunden geblieben, ihnen mit Respekt, charmant und humorvoll auf Augenhöhe begegnet und auch immer wieder ein ideenreicher Ratgeber gewesen sei.

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