
Sattelzug erbeutet
Schockierende Überraschung für Diebe in Neustadt/Aisch: Schlachtabfälle in geklautem Truck
Es ist schon etwas ungewöhnlich, wenn Diebe zuerst eine Zugmaschine aus einem Speditions-Gelände klauen und kurz darauf einen Kühl-Sattelauflieger, der auf einem Grünstreifen in der Nähe abgestellt worden ist, gleich mit. Ein solcher Fall aus Neustadt/Aisch sorgt aber nun auch für den einen oder anderen Schmunzler - das steckt dahinter.
Wie Michael Konrad, Pressesprecher am Polizeipräsidium Mittelfranken, berichtet, hatten unbekannte Täter im Laufe des vergangenen Wochenendes, also im Zeitraum vom 28. bis 31. März, ganz genau von Freitag, 21 Uhr bis Montag, 7 Uhr, eine Zugmaschine des Herstellers DAF (Modell XF 480 FT) von dem Areal einer Spedition in der Werner-von-Siemens-Straße in Neustadt/Aisch illegalerweise mitgenommen. „An der entwendeten Zugmaschine dürfte das Kennzeichen NEA-HE 176 angebracht sein“, erklärt Konrad.
Das in Neustadt/Aisch geklaute Fahrzeuggespann hat einen Wert von 200.000 Euro
Doch damit begnügten sich die Diebe nicht. Sie steuerten wohl absichtlich einen Kühl-Anhänger an, der unweit von der Spedition stand. Der Sattelauflieger mit Kühlfunktion der Marke Schmitz Cargobull (Model SCB*S3) ist jedenfalls auch von dem Grünstreifen in der Robert-Bosch-Straße verschwunden. Das Nummernschild am Auflieger: KO-BO 252.
Wie Michael Konrad im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt, sei davon auszugehen, dass die Täter sich zumindest mit Lastern auskennen, da sie den Anhänger selbst mit der Zugmaschine verbinden konnten. Der Wert des Fahrzeuggespanns wird auf 200.000 Euro geschätzt.
Doch falls die Diebe geglaubt haben, sie hätten vielleicht noch einen „Bonus“ im Inneren des Anhängers erbeutet, wurden bitter enttäuscht. Wie Konrad bestätigt, waren im Kühl-Anhänger „sogenannte K3-Waren“ gelagert. Das heißt: Schlachtabfälle.
„Es handelt sich dabei um Überbleibsel von Schlachtungen, die nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind“, sagt Konrad. Zum Beispiel: Herzen, Lebern und Nieren, die oft zu Tierfutter verarbeitet werden. Michael Konrad vermutet deshalb: „Es ging wohl nicht um den Inhalt des Sattelaufliegers.“
Die Ermittlungen hat die Kriminalpolizei Ansbach übernommen. Wer also im Tatzeitraum verdächtige Wahrnehmungen in der Umgebung gemacht hat oder als Zeuge infrage kommt, kann sich unter Telefon (0911) 2112-3333 an die Polizei wenden.
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