Die BSW-Unterstützer aus Neumarkt haben sich mit einer Friedenstaube an der Zufahrt zum Truppenübungsplatz Hohenfels postiert. Ihr Motto: "Ami, go home & Diplomaten statt Granaten". Im Anschluss wurden sie bedroht.
© E. Lutz/BSW
Die BSW-Unterstützer aus Neumarkt haben sich mit einer Friedenstaube an der Zufahrt zum Truppenübungsplatz Hohenfels postiert. Ihr Motto: "Ami, go home & Diplomaten statt Granaten". Im Anschluss wurden sie bedroht.

"Ami go home"

„Sonst passiert was“: Mann bedroht BSW-Oberpfalz nach Protestaktion in Hohenfels

Ein Nachspiel hatte eine Wahlkampfaktion des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) in der Oberpfalz, berichtet das BSW-Oberpfalz in einer Mitteilung. BSW-Unterstützer aus Neumarkt hatten Ende Januar vor dem US-Truppenübungsplatz in Hohenfels Plakate für Frieden und Verständigung aufgehängt und den Abzug der US-Truppen gefordert.

"Ami go home & Diplomaten statt Granaten", lautete die Forderung am Gate II. Wie Stephan Krüger vom BSW Unterstützerkreis Neumarkt deutlich machte, ging es dabei nicht um Anti-Amerikanismus.

Diese Aktion blieb aber nicht folgenlos. Über seine Webseite erreichte das BSW-Oberpfalz eine E-Mail mit der Drohung: "Reißt euch bloß zusammen. Sonst passiert was. Die Aktion in Hohenfels gegen unsere Freunde war der Höhepunkt. Verpisst euch".

Anzeige gegen 49-jährigen Absender erstattet

Das BSW erstatte daraufhin Anzeige. Der Polizei gelang es rasch, den Täter ausfindig zu machen. Der 49-jährige Mann aus dem Landkreis Neumarkt befürchtete weitere Konsequenzen und entschuldigte sich beim BSW.

"Wir wollten mit unserer Anzeige ein klares Signal setzen. Wir stehen offen für jede auch in der Sache harte Auseinandersetzung. Drohungen sind allerdings nicht akzeptabel", kommentiert der Regionalverantwortliche des BSW für die Oberpfalz Dr. Stefan Scheingraber den Vorfall. "Wir werden aber die Entschuldigung akzeptieren und eine Anzeige nicht weiter verfolgen. Wir haben auf eine rote Linie aufmerksam gemacht, sind aber auch der Auffassung, dass Politiker und Parteien nicht über Gebühr ganze Staatsanwaltschaften wegen unüberlegter und in der Wortwahl missglückter Kommentare beschäftigen sollten."