Eine symbolische Darstellung der Darknet-Plattform «Kidflix» ist im bayerischen Landeskriminalamt während einer Pressekonferenz auf einem Laptop zu sehen.
© Sven Hoppe/Sven Hoppe/dpa
Eine symbolische Darstellung der Darknet-Plattform «Kidflix» ist im bayerischen Landeskriminalamt während einer Pressekonferenz auf einem Laptop zu sehen.

Internationale Fahndung

Kinderpornoplattform KidFlix: Auch in Neumarkt wurde ein Anwesen durchsucht

Die DarknetPlattform „KidFlix“ gehört zu den ekelhaften Regionen des Internets. Dort können sich pädophile Täter Bilder auf ihren Computer laden, die teilweise schweren sexuellen Missbrauch von Kindern zeigen. Auch Filme lassen sich dort streamen.

Seit 2022 steht die Plattform im Fokus der Ermittler. Nun haben Ermittlungen des bayerischen Landeskriminalamts und des Zentrums zur Bekämpfung von Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch im Internet zu Durchsuchungen in 31 Staaten geführt.


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Mehr als 91.000 Kinderporno-Videos in hoher Bildqualität

Wie das LKA mitteilt, wurden in Bayern im Rahmen eines „Action Days“ am 10. März 2025 die Wohnungen von neun Tatverdächtigen durchsucht. Diese fanden in Augsburg, München, Nürnberg und in den Landkreisen Landsberg am Lech, Regen, Rosenheim und Neumarkt statt.

Die Plattform funktionierte so: Nach Registrierung und Bezahlung eines Zugangs mit Kryptowährungen standen den internationalen Usern mehr als 91.000 Videos in hoher Bildqualität mit einer Gesamtlaufzeit von 6.288 Stunden zur Verfügung. Im Schnitt wurden rund 3,5 Videos pro Stunde neu auf die Plattform geladen. Insgesamt waren rund 1.800.000 Nutzer weltweit im Zeitraum von April 2022 bis jetzt zumindest zeitweise angemeldet.

Durch die umfangreichen Ermittlungen gelang es, weltweit bislang 1.393 Tatverdächtige trotz der von ihnen versuchten Verschleierung ihrer Identität ausfindig zu machen. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stand dabei vor allem die akribische Nachverfolgung der Bezahlwege über Kryptowährungen, wobei es den Spezialisten des LKA in mehreren Fällen gelang, diese trotz der Verwendung von Mixing-Diensten und von besonders auf Anonymität ausgelegten Kryptowährungen zu den Beschuldigten zurückzuverfolgen.

In Deutschland fanden in 13 Bundesländern (Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Thüringen) 96 Durchsuchungen statt. Insgesamt wird hier gegen 103 Tatverdächtige ermittelt.

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