
"Aufgemotzter" Sportwagen
Unfall bei Tempo 197 - neue Details zu illegalem Rennen mit Mustang und BMW bei Ansbach
Nach einem heftigen Unfall am 22. Februar 2025 im Landkreis Ansbach verdichten sich die Hinweise, dass sich im Vorfeld zwei befreundete Männer ein illegales Kraftfahrzeugrennen geliefert haben. Nun hat Rolf Kühnhold, Sprecher der Polizei Ansbach, auf Nachfrage unserer Redaktion neue Details zu dem Fall bestätigt.
Was war passiert? Das illegale Rennen zwischen zwei Autofahrern mit einem 800 PS starken Ford Mustang und einem BMW M2 mit etwa 400 PS war an dem Samstagnachmittag in einem heftigen Unfall geendet. Der Ford krachte in einen Hühnerstall und gegen einen Baum. Es gab vier Verletzte.
Kurz vor 12.40 Uhr, lieferten sich die beiden Raser wohl grob zwischen Ansbach und der Autobahn 6, genauer auf der Ortsverbindungsstraße von Meinhardswinden in Richtung Kurzendorf, ein Rennen. Am Ortseingang von Kurzendorf kam es zu dem Unfall.
Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Ansbach wurden beide Autos sichergestellt. Nun liegen laut Kühnhold erste Ergebnisse eines Gutachtens vor. Demnach sei der Ford Mustang "manipuliert" gewesen, es wird von einem Tuning von etwa 500 auf nunmehr 800 PS Leistung gesprochen. Mit dieser Power hätte der Mustang wohl kaut Chance auf eine Zulassung gehabt. Wenige Sekunden, bevor der Mustang gegen Baum und Hühnerstall krachte, soll der Sportwagen Tempo 197 draufgehabt haben. Innerorts entspricht das etwa dem vierfachen des Erlaubten, außerorts, an dieser Stelle knapp dem doppelten Wert.
Wie die Polizei Ansbach berichtete, steuerten die beiden hochmotorisierten Wagen jeweils 27 Jahre alte Männer. Der Lenker des Ford Mustang musste seinen 800-PS-Boliden kurz nach dem Ortseingang von Kurzendorf verkehrsbedingt abbremsen. Der dahinter fahrende 27-Jährige prallte mit seinem BMW M2 in das Heck des Fords, der links von der Fahrbahn abkam und frontal gegen einen Baum und einen leerstehenden Hühnerstall krachte. Dem Fahrer des BMW gelang es, abzubremsen und auf der Straße zu bleiben.
Die Fahrer des Ford Mustang und des BMW M2 waren befreundet
In den beiden Autos saßen aber nicht nur die jeweiligen Fahrer, sondern auch je eine Beifahrerin, beide Frauen sind laut Polizeiangaben 23 Jahre alt. Zu den beiden 27-Jährigen gab die Polizei bekannt: Sie kennen sich und seien befreundet.
Durch die Wucht des Aufpralls erlitt der Fahrer des Ford Mustang einen Fußbruch, Platzwunden und weitere Verletzungen. Er wurde mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik nach Erlangen geflogen und sofort operiert. Seine Beifahrerin wurde schwer verletzt, kam mit einem Schleudertrauma ins Klinikum Nürnberg Süd. Der Lenker des BMW M2 wurde an der Halswirbelsäule verletzt und wie seine Beifahrerin in ein Krankenhaus gebracht.
Auch der Sachschaden ist erheblich: Der am Ford Mustang wird von der Polizei auf 50.000 Euro geschätzt, der BMW M2 auf 15.000 bis 20.000 Euro. Die Beschädigungen an Hühnerstall und Baum werden mit etwa 5000 Euro beziffert. Der Ford fing nach dem Unfall zu brennen an, das Feuer konnte durch 20 Einsatzkräfte der Feuerwehr Meinhardswinden aber rasch gelöscht werden.
Die Ermittlungen der Polizei gegen die beiden 27-Jährigen wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens laufen weiter. Die Führerscheine der beiden wurden sichergestellt. Wie Rolf Kühnold erklärt, haben inzwischen unabhängige Zeugen die These, es habe ein illegales Rennen stattgefunden, bestätigt.
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