Diese Waffe sollen die Tatverdächtigen bei den Überfällen benutzt haben.
© Stefan Blank
Diese Waffe sollen die Tatverdächtigen bei den Überfällen benutzt haben.

Jugendliche im Fokus

Raubüberfälle in Ansbach: Polizei schnappt sieben Tatverdächtige - brisante Details

Die Raubüberfälle auf den dm-Markt in Ansbach am 4. Dezember 2024 sowie auf die H&M-Filiale in der Innenstadt am 4. Januar 2025 haben für reichlich Aufruhr gesorgt. Nun sind sieben Tatverdächtige gefasst worden.

Bis zu 20 Ermittlerinnen und Ermittler haben sich in den vergangenen zehn Tagen teilweise bis tief in die Nacht hinein mit den Raubüberfällen in Ansbach beschäftigt. Nun gelang der Durchbruch. Der Haupttatverdächtige, ein 17-Jähriger, wurde am 14. Januar, weitere sechs am 16. Januar 2025 festgenommen. Bei den Zugriffen seien knapp 30 Polizisten im Einsatz gewesen. Die Tatverdächtigen seien nicht einsichtig gewesen und hätten sich den Beamten gegenüber "unflätig" verhalten und ihnen "eine gewisse Dreistigkeit" entgegengebracht, wie es Daniel Rotter, der Leiter der Ermittlungsgruppe "Hülse" bei der Kripo Ansbach formulierte.

Vertreter der Polizei und der Staatsanwaltschaft präsentierten die Ermittlungsergebnisse in Ansbach.

Vertreter der Polizei und der Staatsanwaltschaft präsentierten die Ermittlungsergebnisse in Ansbach. © Stefan Blank

"Die Taten haben zu einer erheblichen Verunsicherung in der Bevölkerung geführt", sagte Mittelfrankens Polizei-Vizepräsident Gernot Rochholz bei der Pressekonferenz in den Räumen der Kriminalpolizei Ansbach. Weitere Taten hätten nicht ausgeschlossen werden können. Auch deshalb wurde mit Hochdruck ermittelt. Geflüchtet waren die Tatverdächtigen laut Daniel Rotter wohl erst zu Fuß, dann möglicherwerweise mit E-Scooter und E-Bikes.

Im Laufe der Ermittlungen sei "der Druck auf die Tatverdächtigen immer größer geworden", sagte Rotter. Einer habe sich dann an seine Familie gewandt und gesagt, er halte das so nicht mehr aus. Dessen Stiefvater und Bruder wandten sich dann an die Polizei - ein Umstand, der die Festnahmen zu einem früheren Zeitpunkt ermöglicht habe, so der Leiter der Ermittlungsgruppe.

Die Raubüberfälle gingen an der Welserstraße sowie am Martin-Luther-Platz in Ansbach über die Bühne.

Die Raubüberfälle gingen an der Welserstraße sowie am Martin-Luther-Platz in Ansbach über die Bühne. © Stefan Blank

Wie der Leitende Ansbacher Oberstaatsanwalt Friedrich Weitner sagte, stehen einige der Beschuldigten wohl auch im Tatverdacht, an dem Beschuss einer israelischen Flagge am Ansbacher Rathaus in der Silversternacht beteiligt gewesen zu sein.

Bei den Beschuldigten handelt es sich um Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren. Wie der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Ansbach, Jonas Heinzelmann, sagte, seien drei der sieben vorher nicht auffällig geworden, drei "eher im geringfügigen Bereich". Der Hauptverdächtige sei einschlägig vorbestraft wegen Raub und gefährlicher Körperverletzung, er sei auf Bewährung auf freiem Fuß.